Insel Elba

Herbst 2007 & Mai 2009

Link zur G.T.E. Wanderung (Grande Traversata Elbana)

Die nach Sizilen (25.460 km²) und Sardinien (24.100 km²) drittgrößte Insel (224 km²) Italiens liegt nur ca. 10 km vom italienischen Festland entfernt. Die Insel ist ca. 30 km lang und 18 km breit. Auf Elba leben ganzjährig rund 29.000 Menschen. Wenn Italiener auf der Isola d'Elba Urlaub machen, sind sie in der Regel auch zu Hause nicht arm. Die Insel hat in etwa den gleichen Status wie Sylt in Deutschland. Von den Urlaubsgästen stammen etwa 60% aus Italien, der Rest kommt zumeist aus dem europäischen Ausland.

 

Der Südosten der Insel

Anreise: Nach der Fährüberfahrt von Piombino nach Portoferraio (2007 Wohnwagengespann 79.- EUR je Strecke, 2009 85.- EUR bis 135.- EUR) haben wir uns am Camping Europa unterhalb von Capoliveri häuslich eingerichtet. Der Platz war sauber, gepflegt und hatte sehr freundliches Personal. Die Übernachtung kostete ca. 22.- EUR (Gespann und 2 Erwachsene). Unsere Besichtigungstour haben wir somit auch im Osten begonnen.

Der südosten wird von dem Berg Monte Calamita geprägt. Wir sind von Capoliveri über den 413 m hohen Monte Calamita bis zum Reiterhof Gabbiani und zurück entlang der Westküste der Halbinsel Calamita gewandert (14 km). Entlang der Westküste der Halbinsel öffnen sich immer wieder Ausblicke über die mit Macchia bewachsenen Hänge auf kleine Buchten welche oft nur vom Meer aus zugänglich sind. Hinter den großen Buchten der Südküste erhebt sich der mit 1019 m höchste Berg der Insel, der Monte Capanne.

Macchia: Eine Beschreibung für den Bewuchs mit Zistrosen, Ginster, Mastix, Myrte, Erdbeerbaum und anderen Beeren und Kräutern wie z.B. Lavendel, Rosmarin und Thymian.Wobei der Name Macchia ursprünglich nur die Zistrose beschreibt.

Capoliveri - Das malerische Bergdorf thront weithin sichtbar in traumhafter Lage auf einer lang gezogenen Terasse 167 m hoch über dem Meer. Nicht minder malerisch das Zentrum mit seinen äußerst engen, oft durch steile Treppen miteinander verbundenen Gassen. Capoliveri zählt jährlich etwa 800.000 Besucher, und das bei gerade mal bei 3.000 Einwohnern.

In Capoliveri herscht nobler Tourismus, viele Ausländer und Römer haben sich hier ein Haus zugelegt, fast 50% dieser "Ferienhäuser" befinden sich in deutschem Besitz. Dadurch wurde letztlich auch der Erhalt des Stadtkerns sowie der alten Häuser gewährleistet.

In den Seitengassen lässt sich vortrefflich zu einem angenehmen Preisniveau zu Abend Essen

Madonna di Monserrato - Ein unbeschreiblich schöner und stiller Platz. Die Wallfahrtskirche liegt auf einem Felsklotz über dem nach hinten immer enger werdenden grünen Tal vor den schroffen, steil aufragenden Felsen des Monte Castello. Gegründet wurde Madonna di Monserato 1606 von José Pons y Leon, seinerzeit spanischer Gouverneur von Porto Longone.

Porto Azzurro - Einer der schönsten Häfen der Insel. Zwischen zahlreichen Segel- und Motorjachten dümpeln noch immer bunte Fischkutter, an der Uferpromenade mit der großen Piazza Matteotti herrscht in den vielen Cafés und Restaurant reges Leben. Der "Blaue Hafen" erfreut sich besonders bei italienischen Gästen allergrößter Beliebtheit. Die Häuser des historischen Zentrums sind mittlerweile begehrte Objekte. Die Quadratmeterpreise kommen denen einer deutschen Großstadtlage nahe - bis zu 2000.- EUR pro Quadratmeter Wohnfläche werden bezahlt.

Alternativ zu Portoferraio bietet sich auch Porto Azzuro als kleiner Fährhafen an. Wir haben ihn für die Rückreise genutzt.

Hafen von Porto Azzurro, im Hintergrund der Hausberg Monte Mar di Capanna mit einst beleuchtetem Gipfelkreuz.

 

Der Nordosten der Insel

Rio nell' Elba - Knapp 180 m über dem Meer liegt das urelbanische Bergdörfchen am Hang. Das geschlossene, zum Teil noch mittelalterliche Ortsbild macht den Reiz Rios aus. In dieser Region bauten bereits Etrusker und Römer Eisenerz ab. Rio hat von allen Gemeinden nach Schließung der Minen die stärkste Abwanderung erfahren. Die Anzahl der Einwohner schrumpfte in den letzten 100 Jahren von rund 5000 auf etwa 950, meist alte Menschen.

Rio Marina - Dieser Ort entstand ursprünglich inmitten der Erzminen als Arbeitersiedlung. Die relativ hohen Gebäude dienten als Mietskasernen für die Arbeiter. Die Schließung der letzten Eisenerzmine 1982 traf diese Region daher besonders hart.

Der Tourismus entwickelt sich in dieser Region eher zögerlich, da die größeren Sandstrände im Süden der Insel liegen. Angeboten werden unter anderem Museen mit Informationen über die Geschichte des Bergbaus, Mineralienausstellungen, Führungen, Rundfahrten und Trekkingtouren durch die Minen sowie die Möglichkeit selbst auf die Suche nach Mineralien zu gehen.

Cima del Monte - Wanderung auf den 516 m hohen, zweithöchsten Berg der Insel. Über diesen Gipfel führt auch der Fernwanderweg GTE (Grande Traversata Elbana) welcher von West nach Ost über die Bergkämme der Insel führt.

Blick vom östlichsten zum westlichsten Punk der Insel

Die Eisenerzminen von Elba - Der Nordosten ist zusammen mit der Halbinsel Calamita quasi die Erzkammer der Insel. Die letzte der Minen wurde jedoch bereits 1982 stillgelegt da trotz noch weiterer Erzvorkommen der Import aus drittwelt Ländern billiger ist. Obwohl die Stillegung der Minen vor über 25 Jahren stattfand gibt es noch einiges zu sehen: verlassene Minen, gepaart mit der herben Romantik von Industrieruinen und bizarrer Abbruchlandschaften. Für 5.- EUR kann man bei Rio Marina 2 Std. sein Glück versuchen und in einer alten Mine nach Mineralien suchen.

Rechts unten ein Stück Pyrit auch Katzengold genannt.

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Magazzini Palmengarten Ottone - Kurz hinter Magazzini, auf dem Gelände des Campingplatzes Rosselba le Palme liegt ein sehr schöner Palmen und Kakteengarten. Der Eintritt von 1,50 EUR ist an der Rezeption des Campingplatzes zu entrichten.

 

Die Mitte der Insel

Portoferraio - Die quirlige Inselhauptstadt liegt auf einer Landzunge im Nordwesten der großen Bucht von Portoferraio. Sie ist die wichtigste Anlaufstelle der Fähren vom Festland. Hinter der wenig attraktiven Neustadt liegt die ruhigere Altstadt, das Centro storico. In der Stadt leben etwa 11.500 Elbaner, das ist mehr als ein drittel der Gesamtbevölkerung der Insel. Viele Yachten ankern im romantischen, hufeisenförmigen alten Hafen Darsena.

Oberhalb der Stadt bewachen die Forte Falcone - Falkenfestung (nicht zu Besichtigen, da im inneren ein Gefängnis untergebracht ist) und -

die Forte Stella - Sternenfestung Bucht und Stadt. Beide Anlagen gehen auf Cosimo di Medici zurück, der hier sein Cosmopoli das spätere Portoferraio errichtete.

Sea Cloud II - Luxuskreuzfahrtschiff im Stil einer Windjammer der 5 Sterne+ Klasse. Nachfahre der 70 Jahre älteren legendären Sea Cloud (1931 eh. als Privatyacht in Kiel gebaut). Besatzung 58 Personen, max. 94 Passagiere. Die Segelfläche beträgt 2758 m².

King Fisher - Yacht Charter der gehobenen Klasse. Die Yachten werden komplett mit Besatzung und vollem Service verchartert. Preis auf Anfrage;-)

Im Hotel Ape Elbana residierten einst die Gäste Napoleons. So konnten sie die Paraden und das Exerzieren der Truppen auf dem Platz der Republik vor dem Hotel von ihren Fenstern aus sehen.

Exakt im Zenit der Darsena, des alten Hafen, betritt man die Altstatt durch die Porta Mare. Das 1549 zusammen mit den Festungsbauten angelegte Tor war einst der einzige Zugang in die ganz von mächtigen Mauern umgebene Stadt.

Unter dem Medici-Architekten Camerini entstand das imposante Bauwerk um das Jahr 1560 und diente zunächst als Warenlager und Zwieback- und Brotbäckerei, daher auch der Beiname "Biscotteria".

Schmale Gassen und viele Treppen führen steil hinauf zur Sternenfestung.

Villa dei Mulini - Seine Stadtresidenz wählte Napoleon in allerbester Lage in der Oberstadt zwischen den beiden Festungen. Die seinerzeit heruntergekommene Villa dei Mulini wurde in nur 2 Wochen renoviert um dem kaiserlichen Standart gerecht zu werden.

Vom ursprünglichen Mobiliar der Villa ist nur noch wenig Originales erhalten. Die Möbelstücke stammen zwar aus Napoleons Zeit, jedoch nicht aus seinem persönlichen Besitz; ausgestellt sind außerdem einige Kopien.

Die Buchten im Süden der Insel - Drei große Buchten mit herrlichen, weitläufigen Sandstränden, weite Ebenen und eine flache Küstenlandschaft bestimmen das Bild an der Südseite von Elba, der touristisch bedeutsamsten Ecke der Insel.

Der feine Sandstrand in der Bucht von Lacona ist rund 1,5 Km lang. Diese Buchten sind das Eldorado der Badetouristen und Wassersportler, unzählige Hotels und Campingplätze befinden sich an den Stränden und im Hinterland.

 

Der Westen der Insel

Monte Capanne - Wanderung auf den mit 1019 m höchsten Berg der Insel, den Monte Capanne. Das Gebirgsmassiv bildet den größten Teil der westlichen Insel aus. Er besteht im Gegensatz zu den beiden anderen Teilen der Insel aus Granitgestein. Beim Aufstieg hat man immer einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Dörfer, die Buchten bis hinter Portoferraio und zum Festland.

Bei der Wanderung kann man mit etwas Glück Wildschweinen und Mufflons (Wildschafen) begegnen.

Aufstieg zum Gipfel, ins Tal gings mit der Cabinovia.

Auf den Gipfel führt die einzige Seilbahn der Insel, die Cabinovia. Von der Talstation bei Marciana geht es in ca. 15 Min. über 660 Höhenmeter auf den Gipfel. Fahrpreis 15.- EUR, bzw. 10.- EUR für eine Einzelfahrt.

Blick beim Aufstieg über das Ostkap und den Cima del Monte bis zum Festland.

Der Westliche Erdbeerbaum ist ein typisches Gewächs des Mittelmeerraumes. Er kommt in immergrünen Wäldern der Region um das Mittelmeer vor. Die Früchte werden bis zu 2,5 cm groß, sind anfangs grün und färben sich mit zunehmender Reife orange bis rot.

Üppig blühende Wiese

Feigen mit und ohne Stacheln -Früchte des Feigenkaktus und eines Feigenbaumes, beide essbar.

Rund um den Monte Campanne

Rundfahrt auf der Panoramastraße entlang der Küste und über die Bergdörfer - Der landschaftlich eindrucksvollste und abwechslungsreichste Teil der Insel ist noch nicht überlaufen. Hier dominiert der höchste Berg der Insel; karger Granit, im Kontrast dazu fruchtbare Täler und Esskastanienwälder.

Blick auf das malerische Bergdorf Poggio inmitten der dichten Kastanien- und Kiefernwälder und im Hintergrund Marciana Marina.

Ehemals nur der Hafen der Residenzstadt Marciana Alta, entwickelte sich Marciana Marina in der Neuzeit (nach der Piratengefahr) zu einem belebten Fischereizentrum.

Madonna del Monte - oberhalb von Marciana Alta inmitten alter Esskastanienwäldern gelegen, eine alte Wallfahrtskirche aus dem 16. Jh.

Auf dem Vorplatz befindet sich das "Teatro della Fontana" das steinerne, von Quellbrunnen gerahmte Halbrund. Im Inneren schöne Deckenmalereien.

Fonte Napoleone - Zwischen Marciana Alta und Poggio entspringt die Napoleonsquelle. Das inseleigene Mineralwasser findet von hier den Weg in zahlreiche elbanische Restaurants. Der Kaiser selbst soll das Heilwasser während seines Exils fast täglich getrunken haben.

Costa del Sole - Der äußerste Westen der Insel, schroffe Steilküste und kleine Buchten.

Essen und Trinken - Auf den Speisekarten dominiert Fisch. Fisch und Meeresfrüchte werden in den unterschiedlichsten Arten angeboten und serviert. Eine Spezialität auf Elba ist der Cacciucco, eine Art Fischeintopf. Dieser wird oftmals nur an einem Tag der Woche im Restaurant serviert. Eine weitere Spezialität ist der Schiaccia briaca, ein mit Aleatico-Dessertwein getränkter Kuchen.