Norwegen 2008

30. Mai - Wir sind nach dem Frühstück tief im Süden Deutschlands gestartet, unser Ziel für den Abend war Hanstholm im Norden von Dänemark welches wir nach gut 12 Stunden und 1230 Kilometern erreichten. Das Hotel und die Fähre waren bereits im voraus gebucht und so konnten wir uns entspannt einen gemütlichen Abend im Hotel gönnen. Das Hotel Montra Hanstholm bietet sich durch seine nähe zum Hafen ideal für eine Anreise am Vorabend an. Die Zimmer waren geräumig und sauber. Das Frühstücksbuffet war wie das Restaurant sehr gut. Zum Frühstück hatte ich Eier, Speck und warme Leberwurst mit Pilzen. Danach eingelegte Heringe mit Curry-Apfel-Heringssalat. Da wir eine sehr ruhige Überfahrt hatten blieb der Fisch auch dort wo er sein sollte ;-)

31. Mai - Überfahrt mit der Fähre in rund 6,5 Stunden nach Egersund. Danach haben wir uns erst mal in der nähe von Stavanger einen Campingplatz gesucht. Aufgrund der angenehmen Temperaturen hatten wir uns entschlossen gleich mal das mitgebrachte Zelt auszuprobieren.

 

1. Juni - Den Vormittag verbringen wir in der Altstadt von Stavanger. Sehenswert sind unter anderem der alte Dom von 1125, das alte Stavanger mit den kleinen weißen Holzhäusern und das Gebiet rund um den kleinen Hafen in der Innenstadt. Als Museum ist besonders das Ölmuseum sowie das Konservenmuseum interessant, hier kann man seine eigenen Sardinen in die Konserve packen.

Am Spätnachmittag fahren wir über die Hochebene Lyseheiene zum Lysefjord. 28 steile Haarnadelkurven führen uns auf dem Lysevegen 600 Höhenmeter hinab nach Lysebotn.

2. Juni - Ziel des heutigen Tages ist der Kjeragbolten (Kjeragstein). Die Wanderung startet am Aussichtspunkt und Restaurant Adlerhorst. Je Strecke sollte man 3 Stunden einplanen, besonders wenn wie bei uns noch Schneefelder und Bachläufe zu queren sind. Letztlich endet die Wanderung am Kjeragstein mit einer sehr schönen Aussicht auf den Lysefjord. Links im Bild der Kjeragfossen mit einer Fallhöhe von rund 715 Metern.

3. Juni - Wir fahren zurück und umrunden den Lysefjord. Am Abend starten wir den Aufstieg zum Prekestolen (Predigtstuhl). Leider gingen wir zu spät los und verpassten somit den Sonnenuntergang. Die Bilder entstanden ungefähr um Mitternacht.

Das Felsplateau mißt ungefähr 25m x 25m und fällt über 600m senkrecht zum Meer ab. Ebenso sind wie am Kjeragstein keine Sicherungen vorhanden und man kann auf dem Bauch liegend in die Tiefe blicken. Die Kanzel ist ein beliebtes Wanderziel. Sie wird von mehr als 100.000 Besuchern jährlich erklommen.

4. Juni - Heute folgen wir den ganzen Tag dem Ryfylkevegen, einer landschaftlich schönen Strecke (vergleichbar mit einer Panoramastraße). Vorbei an alten Felszeichnungen, riesigen Wasserfällen führt uns die Strecke durch eine grüne, malerische Landschaft.

Unterwegs nutzen wir wie so oft die kleinen regionalen Läden zum Einkauf unseres Tagesbedarfes. Heute gab es Lachssteak, Heilbutt, Hering und Fischpudding.

5. Juni - Wir folgen weiter unserer Panoramastraße und unternehmen noch eine kurze Wanderung zum 3. größten Gletscher Norwegens, dem Folgefonn bei Odda. Am späten Nachmittag machen wir noch kurz halt am Latefoss, einem 165m hohen, 2-armigen Wasserfall. Nachdem wir bereits zum 3. mal im Laufe der Jahre an diesem Wasserfall vorbeikommen und auf Grund der zunehmenden Touristenzahlen auch langsam die Parkplätze knapp werden, fahren wir zügig weiter.

6. Juni - Nachdem wir auf unserer vorletzten Reise Bergen nicht mehr angefahren haben, entschließen wir uns diesmal der Stadt einen ausgiebigen Tag zu widmen. Die Stadt ist mit rund 250.000 Einw. nach Oslo (550.000 Einw.) und vor Trondheim (170.000 Einw.) die zweitgrößte Stadt von Norwegen. Sehr sehenswert ist das alte Bryggen Viertel entlang der Bucht. Dies war früher einer der wichtigsten Umschlageplätze des Handels. 1343 errichtete die Hanse eine erste Niederlassung.

Wir entschließen uns am Nachmittag noch zu einer Wanderung über den Rundemannen, einem der Berge rund um Bergen. Der Weg führt mal wieder über Stock und Stein.

7. Juni - Wir verlassen Bergen und fahren weiter Richtung Norden. Da wir mit dem Wetter weiterhin Glück haben fahren wir die alte Straße Stahlheimsklava mit bis zu 18% Gefälle hinunter zur Fähre Gudvangen/Kaupanger. Alternativ hätten wir den längsten Straßentunnel der Welt den Lærdaltunnel mit 24,5 Kilometern nutzen können.

Die Fähre fährt durch den "engen Fjord". Dieser ist an der engsten Stelle nur 300m breit. Mehrere kleine Siedlungen und Höfe liegen entlang des Ufers, viele davon nur vom Wasser aus zu erreichen.

Dies ist ein Teil des Sognefjord welcher mit über 204 Kilometern Länge und über 1296 Metern Tiefe zu den längsten und tiefsten der Welt gehört.

8. Juni - Vorbei an der kleinen Stabkirche von Kaupanger geht es heute noch an und über den Geirangerfjord. Leider hat es bei der Überfahrt einen Wolkenbruch :-(

Im Ort Geiranger stehen den 270 Einwohnern im Jahr rund 500.000 Besucher entgegen.

 

9. Juni - Viele Brücken, Fähren und mit 279 Metern der tiefste Tunnel führen uns auf die Vogelinsel Runde. An die 250 Vogelarten wurden hier beobachtet. An die 80 Arten brüten regelmäßig auf der Insel. Papageitaucher kommen für ca. 3 Monate auf die Insel um zu brüten.

10. Juni - Heute machen wir etwas Strecke und fahren bis in den nördlichsten Landesteil Nord Norge. Die Besiedelungsdichte nimmt weiter ab, Wälder, Flüsse und Seen nehmen zu.

Von Runde bis Fauske (1000 km) brauchten wir rund 43.- EUR Fähren und 19.- EUR Maut.

Hier mal ein Bild von einer kleinen gemütlichen Hütte (45.-).

11. Juni - Wir nähern uns dem Polarkreis. Auf den Hochebenen sind viele Seen noch zugefroren. Auf den Schneefeldern sehen wir kleinere Herden von Rentieren. Dieses arktische Tier wurde als einziger Vertreter der Hirsche im großen Stil domestiziert. Übrigens tragen bei den Rentieren auch die Weibchen ein Geweih.

Wir hatten Glück und habe auf unserer Reise auch 3 Elche gesehen, leider hat sich aber keiner lange genug gezeigt, daß es für ein Foto gereicht hätte.

12- Juni - Wir erreichen (mal wieder :-) den Polarkreis. In Norwegen an der E6 ist es eigentlich nicht besonders schon. In Finnland an der E4 ist es deutlich schöner (kitschiger). Dort befindet sich auf dem Polarkreis das Werkstattdorf des Weihnachtsmannes, in dem der Weihnachtsmann selbst tagtäglich anzutreffen ist. Ebenso befinden sich dort auch das offizielle Postamt des Weihnachtsmannes sowie zahlreiche anspruchsvolle Kunsthandwerk- und Souvenirläden und ein Rentiergehege.

Ab dem Polarkreis 66° 33' 39" kann man davon ausgehen, daß die Sonne am Tag der Sonnenwende nicht mehr untergeht. Je weiter man nach Norden geht desto mehr kann man die Tage mit Mitternachtssonne genießen.

13. Juni - Um den Lachsen den Weg zu ihren Laichplätzen zu erleichtern bzw. überhaupt zu ermöglichen wurden parallel zu Staumauern Lachstreppen angelegt. Diese ermöglichen den Fischen Becken für Becken nach oben zu schwimmen. In einem Becken war eine Glasscheibe eingelassen durch welche man die Fische beobachten konnte.

14. Juni - Erste Anlaufstelle in Trondheim war der Nidarosdom, Krönungsplatz der norwegischen Könige. Von der alten Zugbrücke hat man einen schönen Blick den Nidelva Fluß hinunter, entlang der alten Speicherhäuser. Dahinter liegt das alte Arbeiterviertel mit engen noch kopfsteingepflasterten Straßen.

Als Stadt haben uns Bergen und Stavanger am besten gefallen. Hat man diese beiden besichtigt hat man einen guten Überblick über die norwegische Stadtarchitektur, Geschichte und Kultur. Beide Städte bieten ein reizvolles Umland, kleine Häfen, Speicher- und Handelshäuser, alte Stadtteile und Viertel welche noch sehr gut erhalten sind.

 

15. Juni - Heute geht es auf Safari - Moschusochsen Safari. Im Dovrefjell Schutzgebiet leben heute wilde Moschusochsen. Wir konnten uns kurzfristig einer Führung mit Guide anschließen und konnten so auf einer Wanderung durch die norwegische Fjellandschaft mehrere Tiere gut beobachten. Ein Sicherheitsabstand von mindestens 200m sollte allerdings eingehalten werden.

Die norwegische Fjellandschaft liegt oberhalb der Baumgrenze und besteht aus Fjellbirken, Strauchheide, Gräsern, Moosen und Flechten. Man könnte den Begriff auch mit Bergtundra übersetzen.

 

16. Juni - In Heddal steht noch eine der größten Stabkirchen Norwegens.

Stabkirchen sind Kirchen in Holzkonstruktion, die in Norwegen während der Übergangszeit von der heidnischen Religion zum Christentum erbaut wurden. Ursprünglich gab es etwa 750 Stabkirchen, Anfang des 19. Jahrhunderts waren noch rund hundert Stabkirchen vorhanden. Heute sind noch 29 Stabkirchen erhalten.

17. Juni - Durch malerische Täler fahren wir weiter Richtung Süden dem Ende unserer Reise entgegen.
18. Juni - Wir sind am Kap Lindesness angekommen, dem südlichsten Punkt von Norwegen, ab hier kann man nur noch schwimmen (oder die Fähre benutzen). Wir kaufen im Coop noch mehrere Kilo frischen Fisch für zu Haus und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

19./20. Juni - Überfahrt nach Hanstholm und Heimreise.

Wegen Sturm ist die Fähre bereits mit 2 Stunden Verspätung eingelaufen. Auf der Rückfahrt hatte wir sehr rauhe See. Nach einer Stunde war der Weg zum Herren WC gesäumt von (bäh). Nach einer weiteren Stunde mußte das Damen WC vorübergehend geschlossen werden und das Reinigungspersonal rückte mit dem Kärcher an. Beim Abendessen hat sich das Kind am Nachbartisch neben den unseren (bäh). Männlein, Weiblein und gestandene Mannsbilder lagen flach wie überfahrene Frösche in den Räumen und Gängen. Man mußte wie bei den Fröschen aufpassen nicht drauf zutreten.

 

Zum Abschuß noch ein kleiner Ausschnitt von Preisen zur eigenen Kalkulation der Nebenkosten:

Sprit für KFZ und einen selbst: Diesel liegt zwischen 1,55 und 1,75 EUR je Liter / Leichtbier im Supermarkt 1,30 bis 1,90 EUR / Bier 2,80 bis 3,80 - im Restaurant 2-3 x mehr

Unterkunft: Für eine 2** Hütte (meist mit Kühlschrank, Kochgelegenheit und Strom) muß man 45.- bis 50.- EUR rechnen / für eine 4**** Hütte mit WC/Dusche ab 75.- EUR. Zeltplätze liegen bei ca. 25.- EUR für 2 Erw. Allerdings waren hier die Schwankungen größer (15.- bis über 30.- EUR) als bei den Hütten.

Maut und Fähren: Einige Tunnel und Brücken sind mautpflichtig. Die Preise reichen vom Münzgeld bis zu über 10.- EUR je Tunnel/Brücke. Kurze Fähren, meist über den Fjord, liegen bei rund 10.- EUR (KFZ, 2 Erw.). Bei rund 4500 Kilometern im Land benötigten wir 85.- EUR Maut und 100.- EUR für Fähren. Die Fähre über den Geirangerfjord 45.- EUR und Gudvangen/Kaupanger 90.- EUR kamen noch hinzu, wobei man alternativ auch die Straße hätte benutzen können.